Gleiche Rechte für Flüchtlingskinder

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Wie leben Kinder und Jugendliche, die als Flüchtlinge mit ihren Eltern hierher kommen? Das wollten wir wissen und haben mit der Flüchtlingsberatung von Spree-Neiße gesprochen.

So sieht‘s aus.

Wenn Kinder oder Jugendliche als Flüchtlinge nach Deutschland kommen und in Brandenburg landen, dann kommen sie zuerst in ein Aufnahmelager in Eisenhüttenstadt, werden dort registriert und dann nach dem Zufallsprinzip in ganz Brandenburg „verteilt“.

Einige Kinder und Jugendliche kommen mit ihren Familien z.B. nach Forst. Dort leben sie in einer Gemeinschaftsunterkunft, einem sogenannten Übergangs- oder Asylbewerberheim. Sie leben dort mit ihren Eltern und Geschwistern in einem oder auch zwei Räumen. Laut Gesetz stehen jedem dort 6m² Platz zur Verfügung, ein Bett, ein Stuhl und ein Schrankteil. Für die ganze Familie gibt es einen Tisch und einen Kühlschrank. Küche, Bad und WC sind Gemeinschaftsräume, die man mit den anderen Bewohnern des Heimes teilt. Und auch die Waschmaschine im Keller benutzen alle.

Die Menschen mit denen die Kinder und Jugendlichen im Heim leben, kommen aus vielen verschiedenen Ländern, sie sprechen unterschiedliche Sprachen und gehören verschiedenen Religionen an. Es wohnen dort Familien und auch Singles, die aus Kriegsgebieten oder Diktaturen kommen. Einige sind laut, andere still. Manche wohnen schon längere Zeit dort und manche sind gerade erst angekommen.

Für Flüchtlingskinder/-jugendliche besteht, wie für alle anderen Kinder und Jugendlichen in Brandenburg, die Schulpflicht bzw. auch sie haben das Recht, hier zur Schule zu gehen. Allerdings nur bis sie 18 Jahre alt sind oder so lange, bis sie 10 Jahre eine Schule besucht haben. Doch auch wenn sie das Recht auf den Schulbesuch haben, ist es für ältere Jugendliche, die z.B. mit 17 Jahren erst nach Deutschland kommen, schwer aufgenommen zu werden. Und Schwierigkeiten bereitet ihnen auch die Sprache. Denn es gibt keinen Vorbereitungskurs. Sie kommen sofort in eine Klasse und müssen dort versuchen, so gut es geht zu verstehen.

Für die Freizeit nach der Schule gibt es im Wohnheim leider nicht viele Möglichkeiten. Entweder können die Jugendlichen spazieren gehen oder mit den anderen eine Runde Tischtennis an der wackeligen Tischtennisplatte vor dem Heim spielen. Ansonsten können sie Angebote nutzen, die es an den Schulen gibt oder sich einem Sportverein anschließen.

Wie sieht der Alltag aus?

Ein Tag von Jugendlichen und Kindern im Wohnheim kann so aussehen, dass sie zur Schule gehen, danach Hausaufgaben und vielleicht Sport machen. Sie besuchen manchmal auch Schulfreunde und nehmen bei Ehrenamtlichen Deutschunterricht oder Nachhilfe. Gegessen wird abends mit der Familie, meist spät. Und auch schlafen gehen die meisten erst spät. Denn im Heim ist es eigentlich immer laut, da dort viele Menschen zusammen leben. Jugendliche, die nicht zur Schule gehen, können etwas länger schlafen. Dann helfen sie meist ihrer Mutter beim einkaufen und Essen machen und beaufsichtigen ihre kleineren Geschwister. Ansonsten hängen sie mit anderen Jugendlichen im Heim herum, gucken Fernsehen oder spielen am Smartphone, wenn sie eines besitzen.

Und wie geht es weiter?

Doch für alle ist es ungewiss, wie lange sie dort leben und wohin es dann weiter geht. Die Kinder und Jugendlichen, die als Flüchtlinge hierher gekommen sind, warten mit ihren Familien auf die Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, das über ihren Asylantrag entscheidet. Diese Entscheidung kann sehr lange dauern. Wenn sie nach sechs Monaten noch nicht fest steht, dann dürfen sich die Familien im Landkreis eine eigene Wohnung suchen. Und dort heißt es weiter warten. Manche Verfahren dauern zwei Jahre in denen die Familie nicht weiß, wie es nach der Wartezeit weiter geht. Das heißt auch die Kinder und Jugendlichen wissen nicht, wie lange sie noch hier zur Schule gehen, wie lange sie ihre Freunde hier noch sehen können und wie es vielleicht nach der Schule für sie weiter gehen kann. Falls der Asylantrag der Familie abgelehnt wird, können sie eine Klage dagegen einreichen und vor das Verwaltungsgericht damit gehen. Dann heißt es jedoch weiter warten. Denn die neue Entscheidung kann dann nochmal zwei bis drei Jahre dauern. In dieser Zeit wissen die Jugendlichen nicht, wie ihre Zukunft aussehen wird.

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