Ein Gläschen in Ehren...

2014 10 ein Glaeschen in Ehren by Peter A pixelio web

Es ist schon ein Phänomen. Wenn Menschen feiern, gehört Alkohol trinken dazu. Es hat etwas mit Geselligkeit zu tun, mit Gemeinschaft.

Mit Alkohol werden besondere Anlässe gefeiert. Kaum ein Fest, auf dem es nicht Bier, Wein, Sekt  oder Spirituosen gibt. Und sogar der Orangensaft wird zu feierlichen Anlässen aus Sektgläsern gereicht. Das macht die Veranstaltung zu etwas besonderem. Gleichzeitig ist der Genuss von Alkohol so alltäglich, dass es sogar allgemein bekannte Sprichwörter dazu gibt wie „ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren“.

Doch was hat es damit auf sich? Was hat der Alkohol mit Ehre zu tun? Und warum kann man ihn nicht verwehren?
Zur Jugendweihe oder Konfirmation darf man das erste Mal ganz offiziell Alkohol trinken. Damit wird man bzw. frau in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. Und alle machen mit. Wer nicht mit trinkt ist ein „Spielverderber“ oder ein „Weichei“. Doch warum ist das so? Zu Anfang schmeckt es in der Regel gar nicht. Bier ist bitter, Schnaps pur schmeckt unangenehm. Darum werden viel lieber Mixgetränke getrunken. Es kostet Überwindung, Alkohol zutrinken. Doch warum tun wir es trotzdem?

Ein weiterer Widerspruch ist, dass Alkohol trinken anerkannt ist und zum Leben dazu gehört. Doch wenn jemand abhängig wird und in die Sucht abgleitet, dann ist das ein Tabu-Thema. Er oder sie wird meist ausgegrenzt. Darüber geredet wird nur ungern. Und warum muss man sich eigentlich rechtfertigen, wenn man nichts trinken will? Wer auf einer Feier keinen Alkohol trinkt, wird schief angeguckt und es wird versucht, ihn oder sie zu überreden „komm, ein Glas kannst du doch trinken!“. Warum ist das wohl so?

Auch im Fernsehprogramm begegnet uns permanent der Alkohol. Über die Werbung soll er uns schmackhaft gemacht werden und auch in Filmen spielt er eine Rolle. Wir sehen entspannte, ausgelassene Leute, die ihr Feierabendbier genießen oder einen fröhlichen Mädelsabend mit Prosecco. Würden wir weniger trinken, wenn wir nicht ständig den Alkohol in Fernsehen und Werbung sehen würden? Studien haben gezeigt, dass weniger Menschen rauchen, seit die Tabakwerbung eingeschränkt wurde. Würde das Gleiche auch beim Alkoholkonsum passieren?

Wir haben zu dem Thema mit einigen Sozialarbeitern im Spree-Neiße-Kreis gesprochen.  Daniel vom Nix e.V. sagt zum Beispiel „Gerade für Jüngere ist das auch ein Statussymbol, mit so einer Flasche Bier rumzulaufen. Man ist kein Kind mehr, man trinkt ja schließlich Bier.“ Evita vom Förderverein alternative Jugendkultur meint „der Staat wird’s nicht verbieten, weil es eine Menge Steuereinnahmen bringt“.

Am Ende bleiben viele Fragen zum weiterdenken. Warum muss man sich rechtfertigen, wenn man nix trinken will? Warum ist Alkohol trinken ein Aufnahmeritual in die Erwachsenenwelt? Warum trinken wir, obwohl es erst nicht schmeckt? Warum gehört man nur dazu, wenn man mit trinkt?

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